Soundtrack of Life
Verfasst von F am 10. Juni 2009
Musik, ein ständiger Begleiter in und von Fs Leben. Immer wieder gibt es Lieder, die beim Hören das Gefühl eines bestimmten Lebensabschnittes heraufbeschwören oder den Soundtrack zu einem coolen Ereignis bilden.
Kleine Auswahl?
- Album „The Hit Singles“ von Falco: Sommerferien zwischen 6. und 7. Klasse – Das eine Leben war vorbei und das neue fing erst an. Elend lange Tage im Garten mit Akte X, Büchern und ganz viel Selbstbildung und stets dabei die neu entdeckte Liebe zu dieser Musik, die als einige der wenigen Sachen die Gegenwart erreicht hat.
- Zuviel Hitze von Falco: zwei Wochen Italienurlaub mit meinen damaligen Lieblingsverwandten und den Eltern. Ich glaube ich war 14. Das Leben konnte nicht schöner sein. Geflashed von allen und allem, verpassten wir es tiefer zu sehen. Hinterher ist man immer klüger. Auf der Hin- und Rückfahrt habe ich jedenfalls ziemlich oft dieses Lied gehört.
- Album „Hybrid Theory“ von Linkin Park: In der 8. Klasse begannen die Rockmusik und ich eine enge Beziehung einzugehen. Zunächst wählten wir die härtere Basis. Heute ist es etwas gemäßigter, obwohl phasenweise (die zur Zeit doch häufiger vorkommen) an die alten Hard and Heavy – Zeiten angeknüpft wird. Linkin Park sind übrigens auch geblieben – heute zwar immer öfter Prostituierte von VIVA und Konsorten, aber „Hybrid Theory“ bleibt.
- Queen mit „Breakthru“: In der 11. Klasse im Herbst wanderte mein Onkel nach Brasilien aus und wir durften Teile seines Zeugs hüten. Darunter waren mehrere Queen – Videokassetten. Aus Langeweile wurde „Greatest Flix 2″ in den Rekorder geschoben und mit dem gerade startenden Lied, begann irgendwie eine neue Lebensphase. Stundenlang konnte ich die CDs hören und war total in der Musik verloren. Dieser Zustand dauerte Monate. Ich liebe Queen immer noch, aber heute schiebe ich nur selten eine CD in den Player, weil ich weiß, dass ich aus diesem Loch, in das ich dann falle, nur schwer wieder rauskomme. Gerade bei den letzten Alben.
- Album „Don’t Believe the Truth“ von Oasis: London im Juni 2005. Was soll man dazu noch sagen?
- „Freunde bleiben“ von Revolverheld: Mit den Eltern in Boltenhagen 2006. Das Wetter passte zu meiner Stimmung und der Song irgendwie auch. In diesen zehn Tagen oder so wurde ich älter, es gab unbeständige Zukunftsaussichten und die derzeitige Arbeit schlauchte psychisch. Gleichzeitig hatte dieser Urlaub so ein Feeling von „last holiday ever“. Wie da nun das Lied reinpasste, weiß ich auch nicht mehr so genau. Auf jeden Fall lief das in meinem Kopf und manchmal auf dem MP3 – Player.
- Album „A Fever You Can’t Sweat out“ Panic @ the Disco: Die Wochen vor dem Unistart. Da war dieser hartnäckige Ohrwurm von „I Write Sins Not Tragedies„, ganz viel Ungewissenheit, Selbstzweifel und Aufbruchstimmung und dann am letzten Wochenende zu Hause das Konzert von denen am Samstag und dieses ganz schreckliche Saisonspiel am Sonntag, wo ich schon im dritten Viertel mit fünf Fouls draußen war (In meiner Jahrzehnte dauernden Karriere war ich bis heute nur zweimal mit fünf Fouls draußen.) und gedanklich höchstens gefühlte zwei Sekunden auf dem Spielfeld, weil ich von den ganzen Kursen, die ich hätte haben müssen und unbedingt brauchte, keinen gekriegt habe.
- „Insanity“ von Darin: Wir waren jung, wir waren, frisch, wir waren frei und wir waren auf Rügen. Leere Städte, leere Straßen, leere Felder, dichter Nebel und Party im Auto. Ich sage nur Nipmerow mit stimmhaften m.
- Album „An End Has a Start“ von den Editors: Schwere Mucke für schwere Zeiten und jeden Herbst wird es seit 2007 wieder rausgekramt. Manchmal auch früher. Weitere Herbst- und Winteralben sind übrigens „Made in Heaven„ von Queen und „Mittelpunkt der Welt“ von Element of Crime.
- Dann sind da natürlich noch zahlreiche einzelne Lieder aus meiner Kindheit. Die guten, heute sogenannten, Ostrocklieder, Wildecker Herzbuben und Stefanie Hertel (boa, ist mir schlecht), Drafi Deutscher, Backstreet Boys und was weiß ich noch alles.
Und bei euch?
Kassiopaia sagte
Jetzt hast du mir hier aber einen tiefen Einblich in dein Herz gewährt. Und toll, dass ich bei manchen Geschichten live mit dabei war und sie mit dir teilen konnte. Ich sag nur „Nippmeroff“
Wolfgang sagte
Mein Leben kann ich nicht an ein paar Alben festmache. Bei mir waren es Musikepochen.
Meine ersten Kontakte mit Musik hatte ich, als die Hits noch Schlager hießen. Mit Interpreten, die heute keiner mehr kennt. Kilima Hawaiians, Rudi Schuricke, René Carol um nur ein paar zu nennen. (Schon von gehört?
Das, was heute als Oldies verkauft wird, war noch nicht komponiert und nicht gespielt. Später war das die Musik, die uns durch den Tag brachte.
Für den, der keine deutsche Musik hören wollte, gabe es Radio Luxemburg oder Radio Monte Carlo auf Kurzwelle, aber nur am Abend, tagsüber war kein Empfang möglich. Später kamen die Piratensender, die außerhalb der 3-Meilen-Zone in der Nordsee ihre „hits“ in den Äther bliesen. Radio Veronica und Caroline. Wer BBC, BFBS oder AFN hören konnte, der war fein raus.
Aber Du hast mich auf eine Idee gebracht. Ich werde mal meine Zeitreise durch die Musik aufschreiben.
Wenn es fertig ist, lass ich Dir den Link zukommen.
Frank sagte
Witzig, ich habe letztens erst gegrübelt, was ich wohl als Top Ten aller Alben in meinem Leben bezeichnen würde. Das ist aber glaube ich zu schwierig, um es einzugrenzen. Besonders, weil ich das, was ich früher geliebt habe, heute teilweise gar nicht mehr höre und deswegen vielleicht die Relevanz unterschätze. Aber es gibt auch Alben, die ich seit langer Zeit höre – nicht oft, aber regelmäßig, und die sind schon irgendwie bedeutend.
Hybrid Theory würde ich auf jeden Fall mit dir teilen. Ich fand auch A fever you can’t sweat out toll, auch wenn es im Ganzen betrachtet nicht wirklich Bedeutung hat. Bochum von Herbert Grönemeyer ist, denke ich auf jeden Fall dabei in meiner Top Ten. Irgendwie immer wieder toll zu hören. Nur schade, dass Flugzeuge im Bauch durch Oli P so kaputt gemacht wurde. Andere Alben, die mir auf jeden Fall wichtig sind – auch wenn ich mir nicht sicher bin wie wichtig genau: Malady – s/t, Hot Water Music – No Division, R.E.M – Automatic for the People, Kettcar – Du und wieviele von deinen Freunden, Saetia – Retrospective und Neil Young – Harvest. Es gibt noch so viele mehr und in letzter Zeit höre ich auch eher andere Sachen, aber diese Alben haben irgendwie überlebt. Hehe, Queen – hatte ich auch mal ne Phase, aber mittlerweile nervt es mich eher.
Richard Synn sagte
Das Schöne an solchen Listen ist ja, dass es mit an großer Wahrscheinlichkeit keine zwei Listen von zwei unterschiedlichen Leuten gibt, die sich exakt gleichen. Das Alter macht natürlich schon etwas aus und erhöht (bei etwa gleichem Alter) die Chancen, dass sich Stücke überschneiden. Aber je detaillierter die Liste wird, umso mehr zeigen sich die ganz persönlichen Erfahrungen, Eigenheiten, Lebensläufe. Ich find’s immer ganz erfrischend zu hören, was andere so mit Musik verbinden, zumal diese mich auch schon seit ich denken kann begleitet hat.
Bei der Masse an Titeln ist es aber recht schwierig welche auszuwählen. Vor allem könnte ich bei einigen gar nicht mehr sagen, warum die nochmal genau wichtig waren… Muss ich mal nachdenken…
Anj sagte
Wow, krass, dass du dich an sowas alles noch erinnerst. Ich glaube, ich wüsste nicht mehr so genau, welches Lied wann zu meinem Lebensgefühl gepasst hat. Nur bei „Sometimes Love just ain’t enough“ und „Almost Lover“ weiß ich es noch. *knirsch* na toll ey… ich will coole Ostseereinnerungen!!! Ich klau mir einach deine, muahaha.