An der Logik verzweifelt
Verfasst von F am 12. Februar 2009
Ich bilde mir ein, dass es ungemein logisch ist, dass ein Leuchtknopf erst aktiviert ist, wenn er leuchtet. So geschieht es in der S – Bahn, dass die Türen erst geöffnet werden können, wenn der Knopf leuchtet. Logisch denke ich. Unlogisch denken all die verzweifelten staccato – Drücker.
Sie steht schon früh in den Startlöchern. Verbissen schaut sie aus den Fenstern, zählt die Sekunden der Einfahrt. Zack! saust der Finger vor. Die Frau steht vor der Tür, drückt, drückt, dann hämmert mit ihrem Fingerchen gegen den Türknopf. Plötzlich scheint ihr ein Licht aufzugehen. Sie zieht den Finger weg. Vertauscht ihn gegen den von der anderen Hand. Jetzt muss es doch aber gehen! Sie drückt fester. Die Kuppen werden weiß. Doch Hilfe naht. Auch die hinteren Reihen wollen sich an der Druckpunktmassage für den Türknopf beteiligen. Pfeilschnell schießen ihre Arme nach vorne. Man hat kaum Zeit in matrixmanier zur Seite zu weichen. Gemeinsam bearbeiten sie den Türknopf und kurz bevor man meint, jetzt drücken sie die Tür ein, leuchten die Lichter auf und die Tür geht auf. Glücklich und zufrieden schauen sie drein. Beglückwünschen sich für ihre Arbeit. Gemeinsam sind wir stark! Zutiefst logisch ist das.
Unlogisch.
Assistenzarzt sagte
Gibt noch die andere Sorte: Stehen vor der Tür und warten, dass sie alleine aufgeht.
Anj sagte
Och süß, na immerhin hatten sie einen Moment der Gemeinsamkeit. Die Welt hält wieder zusammen. In ihrer Blödheit. Aber immerhin!
Wolfgang sagte
Du siehst das völlig falsch.
Es gibt besondere Leucht-Knöpfe (sie werden gerne in S-Bahnen eingebaut), die werden durch 45 Knopfdrücke erst aktiviert.
Die Funktion ergibt sich mit dem 46. Druck.
Logisch?
Ohne die gemeinsame Aktion wärt Ihr alle noch in der S-Bahn.
Alle anderen wussten das, nur Du nicht.
Richard Synn sagte
Ah. Mich erfreut zu hören, dass diese speziellen, schwer zu ertragenden Eigenheiten nicht nur auf einen Teil der Republik beschränkt sind. Beschränkt sind hier lediglich die staccato-Drücker selbst (schönes Wort im Übrigen)