Viva la Vida
Verfasst von F am 18. September 2008
Coldplay machen Musik für alle, schreibt die Berliner Zeitung – „von den Indie – Kindern über die Mitdreißiger bis zur Großmutter“. Ich bezweifle, dass meine Großeltern Coldplay kennen, geschweige denn mögen würden. Aber wahrscheinlich sind sie auch nicht hip genug. Meine Eltern wissen, dass der Sänger mit der Schauspielerin zusammen ist. Aber mögen oder musikalisch kennen tun sie Coldplay nicht. Bleibt also nur noch das Indie – Kind F, das Coldplay ganz, ganz toll findet und sie als ihre allerliebste Lieblingsband bezeichnen möchte.
Die Berliner Zeitung fand den Auftritt von Coldplay am Montag in der Berliner O2 World zu solide, zu konstruiert und durchkonzipiert. Aber dann war da noch dieser Eklat: „(…) er verspielte und versang sich ausgerechnet bei dem Klavierschülerklassiker ’Trouble’, den noch jeder der 17.000 in der Arena textsicher abgespult hätte, er lächelte maliziös, er hörte auf, er fluchte: I fucked it up.“

Chris Martin, Coldplay
Ich fand, dass Chris Martin unglaublich gefühlvoll Klavierspielen kann, dass er sich selber nicht so ernst nimmt, dass man der Band ansieht, dass sie es gerne machen und viel Spaß haben, dass selbst der Drummer mehrere Instrumente spielt und auch singen kann, dass sie nicht von Konzert zu Konzert die selbe Setlist abspielen, sondern etwas verändern und sich für Songs auch mal komplett andere Arrangements einfallen lassen. F sagt wunderbar. Und okay Chris Martin ist für Fair Trait und Poverty Sucks, aber zählt das denn auf der Bühne, wenn man mehrere Instrumente spielen kann, toll singt und wundervolle Lieder ins Leben ruft?