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Verfasst von F am 13. März 2008
Ein Stamm Eingeborener hat ein Kind entführt. Der Vater des Kindes spürt den Stamm auf und fordert sein Kind zurück. Der Häuptling sagt zu ihm: „Du bekommst dein Kind zurück, wenn du errätst, ob wir es dir zurückgeben.“ Der Vater sagt: „Ich glaube nicht, dass ich es bekomme.“
Was tut der Häuptling?
Assistenzarzt sagte
Er gibt dem Vater sein Kind. Oder er nimmt seinen Telefonjoker und ruft Günter Jauch an und fragt, ob er nichtmal eine Story in stern-TV darüber bringen will.
F sagte
Und warum gibt er dem Vater das Kind?
kamenin sagte
Eigentlich soll das Ganze wohl ein Beispiel für eine selbstreferenzielle Formulierung sein, die nur eine Antwort lässt: der Häuptling müsste das Kind zurückgeben, weil wenn nicht, hättes der Vater ja erraten, müsste also doch. Allerdings kommt es in der Formulierung hier zu dem Umkehrschluss: wenn er’s jetzt doch zurückgibt, hat der Vater es ja eben nicht erraten, bekommt das Kind aber trotzdem. Aber da das nicht ausgeschlossen wurde (kriegst das Kind nicht, wenn du falsch rätst…) geht das so in Ordnung.
In einem ewig zurückliegenden Philosophischen Seminar wurden solche Sätze an dem Beispiel verdeutlicht:
1. Frage „Beantwortest Du die zweite Frage genau wie diese hier?“
2. Frage „Schläfst Du mit mir, jetzt gleich?“
Was im Grunde nur dazu dient zu zeigen, dass Frauen selten zwei Fragen am Stück logisch konsistent beantworten können.
Kassiopaia sagte
@ Kamenin: Was hat denn der Spruch mit Frauen zu tun? Davon hast du doch vorher gar nicht geredet.
Anj sagte
Äh, ich kapier das auch nicht so ganz…
kamenin sagte
Das Philosophie-Beispiel wurde von einem männlichen Prof geschildert und dann auch so aufgefasst, als würde es einer Frau gestellt. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob’s bei Sainsbury, dem Seminar-Buch damals, auch so spezifisch auftaucht (oder überhaupt daraus ist). Außerdem denke ich schon, dass die Antworten auf Frage 2 sich statistisch unterscheiden würden je nach Geschlecht von Frager und Befragtem.
Soll jetzt keine dumme Theorie über Frauen und Männer, Sex und Logik werden…
F sagte
Sehr schön Kamenin. Rätsels Lösung erkannt.
Kassiopaia sagte
Dank deiner Fragen sind echt schlaue Menschen hier. Mich ausgenommen.
kamenin sagte
Assistenzarzt hat’s zuerst gewusst! Oder House-mäßig geraten
F sagte
Nein, das denke ich nicht, Kamenin, weil erst du erkannt hast, dass das alles nicht geht und widersprüchlich ist.
Assistenzarzt sagte
Naja, aber eigentlich ist es doch fast logisch.
„Der Häuptling sagt zu ihm: “Du bekommst dein Kind zurück, wenn du errätst, ob wir es dir zurückgeben.” “
Der Häuptling will das Kind natürlich behalten, sonst hätte er es ja gar nicht erst entführt. Also will / wird er es nicht zurückgeben. Die Frage an den Vater ist, OB es der Häuptling zurückgibt. Antwort des Vaters darauf heißt “Ich glaube nicht, dass ich es bekomme.” Damit hätte der Vater die richtige Antwort gesagt, also die Frage beantwortet OB oder OB nicht. Also kriegt er sein Kind zurück. Assistenzarzt-Logik, die zum ersten Posting führte. Natürlich nicht so exquisit wie Kamenin geschrieben hat, das hört sich alles viel hübscher an.
kamenin sagte
Um es widersprüchlich und paradox zu machen, müsste man es etwas anders formulieren, etwa: „Wir geben Dir das Kind nur zurück, wenn Du richtig vorhersagst, ob wir es Dir zurückgeben.“ In dem Fall würde zumindest die Antwort: „Ihr gebt es nicht zurück“ zur einem inneren Widerspruch führen. Die Gehirne von Sohn, Vater und Indianern explodieren, der Fall wäre gelöst. Auf die Antwort „Ihr gebt’s mir zurück“ könnte der Häuptling aber immer noch sagen: „Nöh, falsch.“
F sagte
Macht doch was ihr wollt!