Belanglose Alltäglichkeiten

Erinnerungen der F.O.

Ein Konzert für die Sinne

Verfasst von F am 17. Juli 2007

Man mag es kaum glauben, aber ja, jede Mücke klingt anders. Da ist die Dominante – ihr Summen überklingt alles, die Quirliege – schnell und hoch, die Schüchterne – ganz leise pirscht sie sich an und nicht zu vergessen, die Eiernde – ssSsssSssssSss. Zack, zack, zack geht es über den Kopf. Ich zähle sechs, dabei habe ich doch schon drei getötet.

Rückblende:

„Sandmann, lieber Sandmann,…“ Punkt 22:00 Uhr. Ins – Bett – Geh – Zeit. Geübten Blickes wandern Fs Augen über die Wände. Kleine Schlitze, moralisch ist sie zu allem bereit. Da. *SPLASH* Blut spritzt in Zeitlupe durch den Raum. F dreht sich in Zeitlupe zur Seite, ein Bein streift ihre Wange. Die Abschlachteszene wird von wilden, hochtemporisierten E-Gitarrengeschrammel untermalt – Speed Metal in höchster Perfektion. Schnitt zur Familie der Mücke: Drei kleine Mückenbabies, einsam und verlassen, der Gitarrist zieht noch einmal das Tempo an, was schon gar nicht mehr möglich schien, aber es geht doch und wir schneiden erneut zur toten Mücke und zoomen uns in ihre Eingeweide. Wenn wir ganz genau schauen, erkennen wir ihre letzte Mahlzeit und es ist so geil. Diese künstlerische Perfektion, diese Aussagekraft in der Zerstümmelung, sie ist groß, so groß.  Schnelle Drehung, Schulterrolle vorwärts und gekonnte Landung in der Hocke. Lauerstellung, die 9mm schussbereit in jeder Hand. Da! Das ganze Magazin wird leergeballert. Gezielt saß jeder Schuss. Aber man weiß ja nie. Sicher ist sicher. Schnell nachgeladen und ein gezielter Schuss in den Kopf. Starke Show, großes Kino. Unsere Musikuntermalung, ein Sahnestück aus der Death Metal – Szene, erreicht seinen Höhepunkt, der Sänger grunzt sich die Seele aus dem Leib.  Die Mücke schweigt, nun für immer. Har, har, har. Die Kanonen sind nutzlos. Weg damit, das Messer gezückt. Spezialanfertigung – extra scharf und extra rostig. *ZACK* In Zeitlupe sehen wir die Mücke in zwei Teil zerfallen. Links und rechts gleiten sie die Wand herunter. *ZOOM* Gil Grissom erklärt uns den Aufbau der Mücke: Stechmücken verfügen über zwei häutige, teilweise beschuppte Flügel, zwei Schwingkölbchen, lange, vielgliedrige Fühler, einen etwa ebensolangen Stechrüssel (nur die Weibchen), haben einen schlanken Körper und lange Beine; die Größe ist unterschiedlich, aber selten größer als 15 mm. Stechmücken wiegen nur etwa 2 bis 2,5 mg.

Bequem ins Bett gekuschelt, den Kopf weich auf das Kuschelkissen gebettet, liege ich nun hier und lausche dem Konzert der Mücken. SssSssSssssssssss. So lange sie nicht stechen und genau das, liebe Leser, ist das komische, denn sie sausen nur über meinen Kopf hinweg, is es egal.  

8 Antworten zu “Ein Konzert für die Sinne”

  1. aahhhh…gerade das ist doch Horror..also unter einem Moskitonetz kann ich dem Mückensirren auch hämisch lauschen…aber so?

  2. Kassiopaia sagte

    Ey, F, herlich! Voll der Splattermovie und Insektenfanatiker Grissom auch noch am Start, cool! :)
    Hmm, du scheinst also eine von den Menschen zu sein, deren Körpertemperatur niedriger ist, als die von Ani besipielsweise. Denn dann stechen Mücken nicht so gerne zu.

  3. Anj sagte

    „Der Sänger grunzt sich die Seele aus dem Leib???“ Könnt mich wegschmeißen.
    iieh, aber son Gesumme würde mich total stören, egal, ob die Viecher stechen oder nicht!

  4. Anj sagte

    Tja, schade, hat wieder nicht geklappt… du darfst meine KOmmentare löschen ;-)

  5. John-Patrick sagte

    Hach wie viel Glück ich doch habe ;) Im 9.Stock gibt es keine Mücken mehr *schadenfroh grins* *duck und weg*

  6. hm…das dachte ich auch, aber als ich mit ein paar Leuten auf dem Dach ihres Wohnhauses in Belrin saß, waren wir ein gefundenes Fressen für die Viecher…hm, allerdings hat das Haus auch nur 5 Stockwrke….aber trotzdem, ich dachte auch immer, sie kommen niemas so hoch…ha, Pustekuchen. An dem Abend wurde ja diese schöne Methode zum Mückenstreicheln erfunden ^^

  7. F. Oldörp sagte

    ja, bei death und black metal grunzen die mehr oder weniger.

  8. Anj sagte

    Aber dann kannst du ja deinen Mücken sogar Namen geben! Willi. Fridolin und der kleine Baltasar…

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